Strafverteidiger in Flensburg – Fachanwalt für Strafrecht

Strafverteidigung vom Ermittlungsverfahren bis zum Rechtsmittel

Als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht in Flensburg verteidige ich Beschuldigte und Angeklagte in allen Phasen des Strafverfahrens.

Ob polizeiliche Vorladung, Hausdurchsuchung, vorläufige Festnahme, Untersuchungshaft oder Anklage: Eine frühzeitige und sorgfältige Strafverteidigung ist entscheidend, um Ihre Rechte wirksam wahrzunehmen.

Meine Tätigkeit als Strafverteidiger umfasst insbesondere:

Verteidigung im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren

Beratung und Vertretung bei Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen

Verteidigung bei vorläufiger Festnahme und Untersuchungshaft

Akteneinsicht und Entwicklung einer Verteidigungsstrategie

Verteidigung in der strafrechtlichen Hauptverhandlung

Berufung, Revision und weitere strafprozessuale Rechtsbehelfe

Jugendstrafrecht und Betäubungsmittelstrafrecht

Wichtig: Als beschuldigte Person haben Sie das Recht zu schweigen. Machen Sie gegenüber der Polizei keine Angaben zur Sache, bevor Sie anwaltlichen Rat eingeholt haben.

Hausdurchsuchung oder vorläufige Festnahme?

Bei dringenden strafrechtlichen Angelegenheiten erreichen Sie mich mobil unter:

0176 – 219 255 40

Bei einer Hausdurchsuchung oder vorläufigen Festnahme sollten Sie möglichst frühzeitig anwaltlichen Beistand hinzuziehen. Machen Sie als beschuldigte Person keine Angaben zur Sache, bevor Sie sich anwaltlich beraten lassen haben.

Für sonstige strafrechtliche Angelegenheiten nutzen Sie bitte die regulären Kontaktmöglichkeiten meiner Kanzlei.

Schaubild Strafrecht

Allgemein gilt:

Alle, die von Strafverfolgung bedroht sind, haben das Recht zu schweigen - davon sollte auch Gebrauch gemacht werden!

 

Allgemeines Strafrecht

Allgemeines Strafrecht – Strafverteidigung in Flensburg und bundesweit

Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren kann weitreichende Folgen haben – auch dann, wenn der Tatvorwurf zunächst geringfügig erscheint.

Eine polizeiliche Vorladung, eine Hausdurchsuchung oder die Zustellung eines Strafbefehls stellen Betroffene häufig vor die Frage, wie sie sich richtig verhalten sollen. Gerade in dieser Situation können unüberlegte Erklärungen die spätere Strafverteidigung erheblich erschweren.

Als Fachanwalt für Strafrecht und Strafverteidiger in Flensburg vertrete ich Beschuldigte und Angeklagte bereits im Ermittlungsverfahren, während der Hauptverhandlung und in Rechtsmittelverfahren – auch bundesweit.

Welche Straftaten gehören zum allgemeinen Strafrecht?

Das allgemeine Strafrecht umfasst insbesondere Straftaten nach dem Strafgesetzbuch (StGB). Hierzu gehören unter anderem:

  • Körperverletzungsdelikte: einfache, gefährliche und schwere Körperverletzung (§§ 223 ff. StGB)

  • Vermögensdelikte: Diebstahl, Raub, Betrug, Unterschlagung, Erpressung und Hehlerei

  • Straftaten gegen die persönliche Freiheit: Nötigung, Bedrohung und Freiheitsberaubung

  • Straftaten gegen die öffentliche Ordnung: Landfriedensbruch (§ 125 StGB) und Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)

  • Straftaten gegen die Staatsgewalt: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (§ 113 StGB) und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB)

  • Straftaten gegen die Rechtspflege: falsche Verdächtigung (§ 164 StGB) und Strafvereitelung (§ 258 StGB)

  • Urkunden- und Aussagedelikte: Urkundenfälschung (§ 267 StGB), falsche uneidliche Aussage (§ 153 StGB) und Meineid (§ 154 StGB)

  • Ehrdelikte: Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung (§§ 185 ff. StGB)

  • Straftaten gegen das Leben: insbesondere Totschlag und Mord (§§ 211, 212 StGB)

Nicht jeder Tatvorwurf führt zu einer Anklage oder Verurteilung. Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Straftatbestands, die Beweislage und die Möglichkeiten der Verteidigung.

Polizeiliche Vorladung als Beschuldigter – was tun?

1. Machen Sie zunächst keine Angaben zur Sache.

Beschuldigte haben das Recht zu schweigen (§ 136 Abs. 1 Satz 2 StPO). Sie müssen sich nicht selbst belasten und sind auch nicht verpflichtet, ihre Unschuld gegenüber der Polizei zu beweisen.

Das Schweigerecht gilt unabhängig davon, ob der Tatvorwurf zutrifft oder nicht.

2. Einer bloßen polizeilichen Vorladung müssen Beschuldigte grundsätzlich nicht folgen.

Eine Ladung durch die Polizei begründet für Beschuldigte grundsätzlich keine Pflicht zum Erscheinen. Anders kann die Situation bei einer Ladung durch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht sein. Hier sind insbesondere § 163a Abs. 3 StPO und § 230 StPO zu beachten.

3. Nehmen Sie nicht vorschnell telefonisch Kontakt mit den Ermittlungsbehörden auf.

Auch vermeintlich beiläufige Erklärungen können für das Strafverfahren von Bedeutung sein. Vermeiden Sie deshalb spontane Stellungnahmen, Rechtfertigungen oder Erklärungsversuche.

4. Lassen Sie zunächst die Ermittlungsakte einsehen.

Erst nach Akteneinsicht gemäß § 147 StPO lässt sich regelmäßig zuverlässig beurteilen, welche konkreten Vorwürfe erhoben werden und welche Beweismittel vorliegen.

Auf dieser Grundlage kann entschieden werden, ob eine Einlassung sinnvoll ist oder weiterhin geschwiegen werden sollte.

Hausdurchsuchung – wie verhalte ich mich richtig?

Eine Hausdurchsuchung ist für Betroffene regelmäßig eine erhebliche Belastung. Umso wichtiger ist ein besonnenes Verhalten.

Beachten Sie insbesondere folgende Hinweise:

  • Bewahren Sie Ruhe und leisten Sie keinen körperlichen Widerstand.

  • Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss zeigen oder die Rechtsgrundlage der Maßnahme erläutern.

  • Machen Sie keine Angaben zum Tatvorwurf.

  • Erklären Sie nicht vorschnell Ihr Einverständnis mit der Durchsuchung.

  • Verlangen Sie nach Abschluss der Maßnahme eine Dokumentation der sichergestellten oder beschlagnahmten Gegenstände.

  • Kontaktieren Sie möglichst frühzeitig einen Strafverteidiger.

Eine Durchsuchung kann unter den Voraussetzungen der §§ 102 ff. StPO auch ohne vorherige richterliche Anordnung erfolgen. Ob die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, ist im Einzelfall zu prüfen.

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Seite „Hausdurchsuchung in Flensburg“.

Vorläufige Festnahme – welche Rechte haben Beschuldigte?

Wer vorläufig festgenommen wird, sollte ebenfalls von seinem Schweigerecht Gebrauch machen.

Beschuldigte haben insbesondere das Recht, anwaltlichen Beistand in Anspruch zu nehmen. Nach § 128 StPO ist eine vorläufig festgenommene Person, sofern sie nicht freigelassen wird, unverzüglich, spätestens am Tag nach der Festnahme, dem zuständigen Gericht vorzuführen.

Bei einer richterlichen Entscheidung über Untersuchungshaft sind insbesondere die Voraussetzungen der §§ 112 ff. StPO zu prüfen.

Wesentliche Fragen sind dabei:

  • Besteht ein dringender Tatverdacht?

  • Liegt ein gesetzlicher Haftgrund vor?

  • Ist die Untersuchungshaft verhältnismäßig?

  • Kommen mildere Maßnahmen oder eine Haftverschonung in Betracht?

Weitere Informationen finden Sie unter „Vorläufige Festnahme und Untersuchungshaft“.

Strafbefehl erhalten – welche Frist gilt?

Ein Strafbefehl kann ohne vorherige Hauptverhandlung ergehen.

Wichtig: Gegen einen Strafbefehl kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden (§ 410 Abs. 1 StPO).

Wird die Frist versäumt, kann der Strafbefehl rechtskräftig werden.

Vor der Entscheidung, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Einspruch eingelegt werden soll, sollten insbesondere die Beweislage, die festgesetzte Rechtsfolge und mögliche Nebenfolgen geprüft werden.

Auch eine Geldstrafe kann erhebliche Auswirkungen haben. Bei der Bemessung der Tagessatzhöhe sind grundsätzlich die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen (§ 40 StGB).

Kann ein Ermittlungsverfahren ohne Hauptverhandlung beendet werden?

Nicht jedes Strafverfahren muss mit einer Anklage oder einer gerichtlichen Hauptverhandlung enden.

Je nach Sach- und Rechtslage kommen insbesondere folgende Möglichkeiten in Betracht:

  • Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts (§ 170 Abs. 2 StPO)

  • Einstellung wegen Geringfügigkeit (§ 153 StPO)

  • Einstellung gegen Auflagen oder Weisungen (§ 153a StPO)

  • Erledigung durch Strafbefehl (§§ 407 ff. StPO)

Welche Verfahrensbeendigung angestrebt werden sollte, hängt von den konkreten Umständen und den Interessen der beschuldigten Person ab.

Strafverteidigung beginnt nicht erst vor Gericht

Eine wirksame Strafverteidigung setzt möglichst frühzeitig an.

Bereits im Ermittlungsverfahren kann es darauf ankommen, Beweismittel zu sichern, Zeugenaussagen kritisch zu prüfen, Verfahrensfehler zu erkennen und gegenüber der Staatsanwaltschaft auf eine sachgerechte Verfahrenserledigung hinzuwirken.

Dabei gehört es auch zur Aufgabe der Verteidigung, die beschuldigte Person über mögliche Risiken, Kosten und Konsequenzen unterschiedlicher Verteidigungsstrategien aufzuklären.

Fachanwalt für Strafrecht in Flensburg – bundesweite Strafverteidigung

Rechtsanwalt Dirk Audörsch verfügt über mehr als 20 Jahre anwaltliche Berufserfahrung und ist Fachanwalt für Strafrecht.

Die Kanzlei übernimmt Strafverteidigungen in Flensburg, Schleswig-Holstein und bundesweit – vom ersten Tatvorwurf über das Ermittlungsverfahren und die Hauptverhandlung bis zu möglichen Rechtsmitteln.

Sie haben eine Vorladung, einen Strafbefehl oder eine Anklageschrift erhalten?

Nehmen Sie möglichst frühzeitig Kontakt mit der Kanzlei auf. Vor einer Aussage gegenüber den Ermittlungsbehörden sollte die rechtliche Situation geklärt werden.

Betäubungsmittelstrafrecht - Drogen und Kriminalität

Betäubungsmittelstrafrecht und Cannabisstrafrecht – Strafverteidigung in Flensburg

Ermittlungsverfahren wegen Drogenbesitzes, Drogenhandels oder eines Verstoßes gegen das Cannabisgesetz?

Wer wegen eines Betäubungsmitteldelikts beschuldigt wird, sollte frühzeitig anwaltlichen Rat einholen. Bereits eine unüberlegte Aussage gegenüber der Polizei kann die spätere Verteidigung erheblich erschweren.

Welche Straftaten regelt das Betäubungsmittelgesetz?

Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) stellt unter anderem den unerlaubten Besitz, Erwerb, Anbau, die Herstellung und das Handeltreiben mit Betäubungsmitteln unter Strafe. Dazu gehören beispielsweise Kokain, Heroin und bestimmte synthetische Drogen.

Die möglichen Strafen unterscheiden sich erheblich. Von Bedeutung sind insbesondere die Art des Betäubungsmittels, die Wirkstoffmenge und die Frage, ob lediglich Besitz oder etwa Handeltreiben vorgeworfen wird.

Cannabis – was gilt seit der Gesetzesänderung?

Seit dem 1. April 2024 wird der Umgang mit Konsumcannabis grundsätzlich durch das Konsumcannabisgesetz (KCanG) geregelt.

Bestimmte Besitzmengen sind für Erwachsene erlaubt. Andere Handlungen, insbesondere unerlaubtes Handeltreiben und die Weitergabe, können weiterhin strafbar sein.

Auch beim Cannabisstrafrecht kommt es deshalb entscheidend auf den konkreten Tatvorwurf an.

Polizeiliche Ermittlungen – welche Fehler sollten Beschuldigte vermeiden?

1. Machen Sie keine Angaben zur Sache.

Als beschuldigte Person haben Sie das Recht zu schweigen. Dieses Recht sollten Sie grundsätzlich nutzen, bis Sie anwaltlich beraten wurden.

2. Stimmen Sie einer freiwilligen Durchsuchung nicht vorschnell zu.

Verlangen Sie die Vorlage eines Durchsuchungsbeschlusses beziehungsweise die Mitteilung der Rechtsgrundlage. Leisten Sie keinen körperlichen Widerstand.

3. Lassen Sie die Ermittlungsakte prüfen.

Erst die Akteneinsicht ermöglicht regelmäßig eine fundierte Einschätzung der Beweislage und die Entwicklung einer geeigneten Verteidigungsstrategie.

4. Seien Sie bei Angeboten einer Strafmilderung vorsichtig.

§ 31 BtMG eröffnet unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten der Strafmilderung. Ob eine Aussage zur Aufklärung weiterer Straftaten sinnvoll ist, sollte jedoch erst nach anwaltlicher Prüfung entschieden werden. Eine vorschnelle Aussage kann die eigene Verteidigung erheblich beeinträchtigen.

Kann ein Betäubungsmittelverfahren eingestellt werden?

Bei bestimmten geringfügigen Verstößen kommt ein Absehen von der Strafverfolgung nach § 31a BtMG in Betracht. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, hängt insbesondere von der Tat, der Schuld und dem öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung ab.

Auch andere Möglichkeiten einer Verfahrenseinstellung sind im Einzelfall zu prüfen.

Strafverteidigung in Flensburg und bundesweit

Als Fachanwalt für Strafrecht in Flensburg übernehme ich die Verteidigung in Ermittlungsverfahren und gerichtlichen Strafverfahren wegen Verstößen gegen das BtMG und das KCanG.

Eine frühzeitige Prüfung der Ermittlungsakte kann entscheidend sein, um unnötige Belastungen und vermeidbare Fehler zu verhindern.

Sozialleistungsbetrug

Sozialleistungsbetrug und Schwarzarbeit – Strafverteidigung in Flensburg und bundesweit

Ermittlungsverfahren wegen Sozialleistungsbetrugs, Schwarzarbeit oder vorenthaltener Sozialversicherungsbeiträge?

Wer beschuldigt wird, Sozialleistungen zu Unrecht bezogen oder Arbeitnehmer*innen nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet zu haben, sieht sich häufig komplexen strafrechtlichen und sozialrechtlichen Fragestellungen gegenüber.

Gerade bei diesen Tatvorwürfen ist eine Verteidigung erforderlich, die beide Rechtsgebiete berücksichtigt.

Rechtsanwalt Dirk Audörsch ist Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für Sozialrecht. Diese Kombination ermöglicht eine Verteidigung, bei der sowohl die strafrechtlichen Vorwürfe als auch die zugrunde liegenden sozialrechtlichen Fragen geprüft werden.

1. Sozialleistungsbetrug – wann liegt eine Straftat vor?

Der sogenannte Sozialleistungsbetrug ist kein eigenständiger Straftatbestand. Die Strafbarkeit richtet sich grundsätzlich nach § 263 StGB.

Ein entsprechender Tatvorwurf kann beispielsweise entstehen, wenn gegenüber dem Jobcenter, dem Sozialamt oder einem anderen Sozialleistungsträger bewusst falsche Angaben gemacht werden, um Leistungen zu erhalten, auf die tatsächlich kein Anspruch besteht.

Auch das pflichtwidrige Verschweigen wesentlicher Änderungen kann unter den Voraussetzungen eines Betrugs durch Unterlassen (§§ 263, 13 StGB) strafbar sein.

Beispiele sind:

  • Nicht angegebene Einkünfte aus einer Beschäftigung

  • Verschwiegene Vermögenswerte

  • Unrichtige Angaben über die tatsächlichen Wohnverhältnisse

  • Nicht mitgeteilte Änderungen innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft

  • Unzutreffende Angaben bei der Beantragung von Sozialleistungen

Aber: Nicht jede falsche oder unterlassene Angabe ist automatisch strafbar.

Für eine Verurteilung wegen Betrugs müssen sämtliche gesetzlichen Tatbestandsmerkmale nachgewiesen werden. Dazu gehören insbesondere eine Täuschung, ein dadurch verursachter Irrtum, eine Vermögensverfügung, ein Vermögensschaden sowie vorsätzliches Handeln und die Absicht rechtswidriger Bereicherung.

Bei einem Betrug durch Unterlassen muss darüber hinaus eine entsprechende Rechtspflicht zum Handeln bestehen.

2. Warum sind die Sozialleistungsakten für die Strafverteidigung entscheidend?

Ein zentraler Bestandteil der Verteidigung ist die Prüfung, ob die beschuldigte Person tatsächlich Leistungen ohne entsprechenden Anspruch erhalten hat.

Dazu müssen häufig nicht nur die strafrechtlichen Ermittlungsakten, sondern auch die vollständigen Leistungsakten des Sozialleistungsträgers ausgewertet werden.

Zu prüfen ist beispielsweise:

Bestand tatsächlich eine Mitteilungspflicht?

Nach § 60 SGB I müssen Leistungsberechtigte grundsätzlich leistungsrelevante Tatsachen und Änderungen ihrer Verhältnisse mitteilen. Ob eine bestimmte Änderung tatsächlich leistungsrelevant war, muss jedoch anhand des jeweiligen Sozialleistungsrechts beurteilt werden.

Wurden Leistungen tatsächlich zu Unrecht gezahlt?

Ein Rückforderungsbescheid allein beweist noch keinen strafbaren Betrug. Entscheidend ist unter anderem, ob die zugrunde liegende Leistungsberechnung rechtlich zutreffend ist und tatsächlich ein Vermögensschaden entstanden ist.

Lässt sich vorsätzliches Handeln nachweisen?

Nicht jede fehlerhafte Angabe erfolgt bewusst. Missverständliche Formulare, unklare Rechtsverhältnisse oder Irrtümer über Mitteilungspflichten können für die strafrechtliche Bewertung von erheblicher Bedeutung sein.

Wurde die angebliche Überzahlung zutreffend berechnet?

Insbesondere im SGB II und SGB XII können die Einkommens- und Vermögensanrechnung, Freibeträge sowie die Zusammensetzung einer Bedarfsgemeinschaft entscheidend sein.

Eine fehlerhafte sozialrechtliche Berechnung darf nicht ungeprüft zur Grundlage eines strafrechtlichen Tatvorwurfs gemacht werden.

3. Anhörung des Jobcenters oder polizeiliche Vorladung – wie verhalte ich mich richtig?

Keine vorschnellen Erklärungen zum Tatvorwurf abgeben.

Wer als beschuldigte Person eine polizeiliche Vorladung erhält, sollte zunächst von seinem Schweigerecht Gebrauch machen.

Einer bloßen polizeilichen Vorladung als Beschuldigte*r muss grundsätzlich nicht Folge geleistet werden.

Besondere Vorsicht bei Anhörungen des Sozialleistungsträgers!

Häufig beginnen entsprechende Verfahren nicht mit einer polizeilichen Vorladung, sondern mit einer Anhörung des Jobcenters oder Sozialamts wegen einer angeblichen Überzahlung.

Dabei können Angaben, die im sozialrechtlichen Verfahren gemacht werden, später auch strafrechtliche Bedeutung erlangen.

Allerdings bestehen im Sozialleistungsrecht grundsätzlich Mitwirkungspflichten. Deren Grenzen ergeben sich insbesondere aus § 65 SGB I. Nach § 65 Abs. 3 SGB I können Angaben verweigert werden, wenn sie die betroffene Person oder bestimmte nahestehende Personen der Gefahr strafrechtlicher oder ordnungswidrigkeitenrechtlicher Verfolgung aussetzen würden.

Deshalb sollten sozialrechtliche Mitwirkungspflichten und strafprozessuale Beschuldigtenrechte gemeinsam geprüft werden.

Bescheide und Fristen beachten!

Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren lässt sozialrechtliche Widerspruchs- oder Klagefristen nicht automatisch entfallen. Rückforderungs- und Aufhebungsbescheide sollten deshalb eigenständig auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft werden.

4. "Schwarzarbeit" – wann droht eine Strafbarkeit?

Der Begriff „Schwarzarbeit“ beschreibt unterschiedliche Sachverhalte. Nicht jede Form der Schwarzarbeit ist automatisch eine Straftat.

Je nach Einzelfall können Verstöße gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz, steuerrechtliche Vorschriften oder sozialversicherungsrechtliche Pflichten vorliegen.

Eine besondere Bedeutung hat dabei § 266a StGB – Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt.

Strafbar machen können sich insbesondere Arbeitgeber*innen, die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung vorenthalten oder unter den weiteren gesetzlichen Voraussetzungen Arbeitgeberbeiträge durch unrichtige beziehungsweise unterlassene Angaben vorenthalten.

Daneben können beispielsweise Vorwürfe der Steuerhinterziehung (§ 370 AO) oder Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten im Raum stehen.

5. Verteidigung gegen den Vorwurf des § 266a StGB

Gerade bei Ermittlungen wegen vorenthaltener Sozialversicherungsbeiträge sind die tatsächlichen Beschäftigungsverhältnisse von zentraler Bedeutung.

Zu prüfen ist insbesondere:

  • Lag überhaupt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor?

  • Handelte es sich möglicherweise um eine selbstständige Tätigkeit?

  • Wer war tatsächlich Arbeitgeber*in?

  • Welche Beiträge waren für welchen Zeitraum geschuldet?

  • Wurden die behaupteten Beitragsrückstände zutreffend berechnet?

  • Sind die Voraussetzungen vorsätzlichen Handelns nachweisbar?

Die Abgrenzung zwischen selbstständiger Tätigkeit und abhängiger Beschäftigung richtet sich insbesondere nach § 7 SGB IV.

Nicht allein die Bezeichnung eines Vertrags ist entscheidend, sondern die tatsächliche Ausgestaltung der Tätigkeit.

Gerade bei dem Vorwurf einer Scheinselbstständigkeit kann die sozialversiche

Steuerstrafrecht

Durch das Steuerstrafrecht werden bestimmten Zuwiderhandlung gegen Steuergesetze diverser Bereiche sanktioniert. Abhängig von Art und Umfang des Verstoßes kann zwischen ("leichteren") Steuerordnungswidrigkeiten und ("schwereren") Steuerstraftaten unterschieden werden.

Dabei werden unterschiedlich abgestufte Sanktionen (Bußgelder, Geldstrafen und Freiheitsstrafen) festgelegt. Die zentralen steuerstrafrechtlichen Normen sind als Verwesungsnormen ausgestaltet. Daher müssen regelmäßig weitere Steuergesetze berücksichtigt werden. Das Steuerstrafrecht verbindet insoweit Regelungen des Straf- und des Steuerrechts.

Steuerstraftaten (1.) und Steuerordnungswidrigkeiten (2.)

  1. Steuerstraftaten sind u.a. in den §§ 369 ff. der Abgabenordnung (AO) geregelt. Zu den wesentlichen Steuerstraftaten gehören u.a.:
  • Steuerhinterziehung, § 370 AO
  • Steuerzeichenfälschung, § 369 Abs.1 Nr.3 AO i.V.m. §§ 148 - 150 StGB
  • Bannbruch, § 372 AO
  • gewerbsmäßiger, gewaltsamer und bandenmäßiger Schmuggel, § 373 AO
  • Steuerhelerei, § 374 AO
  • Steuerzeichenfälschung, § 369 Abs.1 Nr.3 AO i.V.m. §§ 148 - 150 StGB
  1. Steuerordnungswidrigkeiten sind vor allem:
  • leichtfertige Steuerverkürzung, § 378 AO
  • Steuergefährdung, § 379 AO

Beispiele für einzelne Steuerdelikte – insbesondere die Steuerhinterziehung:

Besonders relevante Arten, nachfolgend am Beispiel der Steuerhinterziehung dargestellt, sind:

  • Einkommensteuerhinterziehung, insbes. Kapitalertragssteuer
  • Umsatzsteuerhinterziehung
  • Körperschaftsteuerhinterziehung
  • Erbschaftsteuerhinterzeihung
  • Schenkungssteuerhinterziehung
  • Gewerbesteuerhinterziehung
  • Lohnsteuerhinterziehung.Strategien im Steuerstrafrecht können sein:

Welche strategischen Möglichkeiten steuerstrafrechtlich zur Verfügung stehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Von wesentlicher Bedeutung ist dabei u.a. die Frage, ob das jeweilige Steuerdelikt von den Behörden bereits entdeckt ist. Vor der Entdeckung besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer strfbefreiende Selbstanzeige.

Ist das Steuerdelikt bereits entdeckt bzw. ein Steuerstrafverfahren eingeleitet und die Steuerfahndung tätig, sollte möglichst frühzeitig mit der Verteidigung gegen den Tatvorwurf begonnen und eine individuelle Verteidungsstrategie entwickelt werden. Hierbei ist es neben dem möglichst frühzeitigen Beginn mit der individuellen Verteidigung von zentraler Bedeutung, dass der Betroffene  zunächst keine Angaben zu Sache macht und sich umfassend auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft.

 

Kapitalstrafrecht

Unter dem Begriff des Kapitalstrafrechts werden alle vorsätzlich begangenen Tötungsdelikte verstanden. Bei Mord droht ausnahmslos lebenslange Freiheitsstrafe. Durch das Gericht kann diese durch die Annahme der sogenannten Schwere der Schuld und die zunehmend häufiger erfolgende Anordnung der Sicherungsverwahrung noch verschärft werden.

Dabei ist es auch nicht selten, dass seitens der Staatsanwaltschaft eben vorschnell der Vorwurf des versuchten Mordes oder Totschlages erhoben wird. Neben diesen und denselben Delikten in Vollendung, fallen aber auch fahrlässige Tötung, Raub und Körperverletzung mit Todesfolge unter den Bereich der Kapitalstrafsachen. Dabei kann nicht selten die Beurteilung eines Sachverhaltes als gefährliche Körperverletzung statt versuchten Mordes eine Frage gekonnter Verteidigung sein; erreichbar ist dann sogar eine Bewährungsstrafe.

Dafür sind nicht nur hervorragende juristische Fachkenntnisse erforderlich, sondern Erfahrung auch in den Hilfswissenschaften der Psychologie wie Psychiatrie, Kriminalistik und Rechtsmedizin.

Sowohl im Ermittlungsverfahren als auch in den Gerichtsprozessen sind die Auseinandersetzungen über die vermeintliche Tat daher auch in aller Regel geprägt von einem insgesamt hohen technischen und juristischen Niveau.

Neben juristischen Fähigkeiten setzt demnach eine effektive Verteidigung fundiertes Wissen in den Bereichen der Psychiatrie und Psychologie, der Kriminaltechnik und Rechtsmedizin voraus.  Diese zusätzlichen Kenntnisse hat Rechtsanwalt Dirk Audörsch bereits während seines juristischen Studiums und durch den Fachanwaltslehrgang im Sozialrecht erlangt. Ergänzend wurde der Fachanwaltslehrgang für Strafrecht erfolgreich abgeschlossen.    

Dieses Fachwissen wird für eine aktive Verteidigung, die sich intensiv mit dem Zeugen- und Sachverständigenbeweis auseinandersetzt und unter Umständen auch eigene Ermittlungen anstellt, so nutzbar gemacht, um einen Unterschied zu den Vermutungen der  Anklagebehörde/Staatsanwaltschaft zu bewirken und um sonach zum Beispiel gegen die Annahme eines Tötungsvorsatzes erfolgreich zu verteidigen.

Es gilt zudem, den Beschuldigten auch außerhalb des Verfahrenskernbereiches zu schützen, etwa gegen Presseberichtserstattung und während der Zeit in der Untersuchungshaft.

Jugendstrafrecht

Jugendstrafrecht – Strafverteidigung in Flensburg

Ermittlungsverfahren gegen Jugendliche oder Heranwachsende – was ist jetzt zu tun?

Wenn Jugendliche mit dem Strafrecht in Berührung kommen, stehen häufig nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch ihre schulische, berufliche und persönliche Zukunft auf dem Spiel. Eine frühzeitige und engagierte Strafverteidigung ist deshalb besonders wichtig.

Als Fachanwalt für Strafrecht in Flensburg verteidige ich Jugendliche und Heranwachsende im Ermittlungsverfahren und vor Gericht.

Wann gilt das Jugendstrafrecht?

Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) unterscheidet zwischen Jugendlichen und Heranwachsenden:

  • Jugendliche: Personen, die zur Tatzeit 14, aber noch nicht 18 Jahre alt waren. Für sie gilt grundsätzlich das Jugendstrafrecht.

  • Heranwachsende: Personen, die zur Tatzeit 18, aber noch nicht 21 Jahre alt waren. Auf sie kann gemäß § 105 JGG Jugendstrafrecht angewendet werden, insbesondere wenn ihre Entwicklung noch derjenigen eines Jugendlichen entspricht oder es sich um eine Jugendverfehlung handelt.

Kinder unter 14 Jahren sind gemäß § 19 StGB strafunmündig.

Erziehung statt Strafe – der Grundgedanke des Jugendstrafrechts

Anders als im allgemeinen Strafrecht steht im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund (§ 2 JGG).

Das Jugendgerichtsgesetz sieht unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten vor:

  • Erziehungsmaßregeln, etwa die Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs oder die Erteilung bestimmter Weisungen (§§ 9 ff. JGG).

  • Zuchtmittel, insbesondere Verwarnungen, Auflagen oder Jugendarrest (§§ 13 ff. JGG).

  • Jugendstrafe, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen des § 17 JGG erfüllt sind.

Nicht jedes Ermittlungsverfahren muss zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung führen. Unter den Voraussetzungen der §§ 45, 47 JGG kommen auch Einstellungen des Verfahrens in Betracht.

Polizeiliche Vorladung – wie sollten Jugendliche reagieren?

1. Keine vorschnellen Aussagen gegenüber der Polizei.

Auch Jugendliche haben das Recht zu schweigen. Einer bloßen polizeilichen Vorladung als Beschuldigte müssen sie grundsätzlich nicht folgen.

2. Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte informieren.

Bei minderjährigen Beschuldigten haben die gesetzlichen Vertreter grundsätzlich besondere Beteiligungs- und Informationsrechte. Diese richten sich insbesondere nach §§ 67 ff. JGG. Im Einzelfall können gesetzliche Einschränkungen bestehen.

3. Frühzeitig anwaltliche Unterstützung einholen.

Vor einer Entscheidung über eine Einlassung sollte die Verteidigung die Ermittlungsakte einsehen und die Beweislage prüfen.

4. Keine unüberlegten Erklärungen oder Geständnisse abgeben.

Auch wenn Jugendliche eine Angelegenheit möglichst schnell hinter sich bringen möchten, können vorschnelle Aussagen erhebliche Folgen haben.

Welche Rolle spielt die Jugendgerichtshilfe?

Die Jugendhilfe im Strafverfahren, häufig als Jugendgerichtshilfe bezeichnet, wirkt nach § 38 JGG im Jugendstrafverfahren mit.

Sie befasst sich unter anderem mit der persönlichen Entwicklung, den Lebensverhältnissen und dem sozialen Umfeld der beschuldigten Person. Ihre Einschätzungen können für die Entscheidung des Jugendgerichts von Bedeutung sein.

Die Jugendgerichtshilfe ist jedoch nicht mit der Strafverteidigung gleichzusetzen. Die anwaltliche Verteidigung vertritt die rechtlichen Interessen der beschuldigten Person.

Welche Folgen kann eine Verurteilung haben?

Jugendstrafrechtliche Entscheidungen können Auswirkungen auf Ausbildung, Beruf und weitere Lebensplanung haben.

Welche Eintragungen in das Erziehungsregister oder Bundeszentralregister erfolgen und welche Auskünfte daraus erteilt werden dürfen, richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Vorschriften. Nicht jede jugendgerichtliche Entscheidung erscheint in einem Führungszeugnis.

Deshalb sollte frühzeitig geprüft werden, ob eine Verfahrenseinstellung oder eine andere möglichst schonende Verfahrenserledigung erreicht werden kann.

Strafverteidigung für Jugendliche und Heranwachsende in Flensburg

Ich vertrete Jugendliche und Heranwachsende insbesondere bei:

  • Körperverletzungsdelikten

  • Diebstahl und Raub

  • Betäubungsmittel- und Cannabisdelikten

  • Sachbeschädigung

  • Ermittlungsverfahren nach polizeilichen Anzeigen

  • Hauptverhandlungen vor dem Jugendgericht

  • Rechtsmittelverfahren

Sie haben eine polizeiliche Vorladung erhalten oder gegen Ihr Kind wird ermittelt?

Nehmen Sie möglichst frühzeitig Kontakt mit meiner Kanzlei in Flensburg auf. Vor einer Aussage sollte die rechtliche Situation geklärt werden.